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ADOLF HOLL

wespennest 175
Hilfe
Preis: EUR 12.00; 
erschienen am 07.11.2018
„Hülf und Gnad hat kein Warum“ – was der Sprachgelehrte Justus Georg Schottel im 17. Jahrhundert in seiner Ausführlichen Arbeit Von der Teutschen HaubtSprache unter die Sprichwörter reiht, prägt bis heute unser ethisches Verständnis von Hilfe. Wer jemandem beisteht, fordert idealerweise weder Begründung noch Gegenleistung. 
Doch wie lässt sich – etwa aus christlicher Perspektive – mit der Tatsache umgehen, dass die reine Mildtätigkeit angesichts der Not der Menschen in Zeiten struktureller Krisen unzulänglich bleibt?
Politisch gefasst versteht sich Hilfe keinesfalls als selbstlos: Sie soll vielmehr – je nach Standpunkt – Solidarität mit anderen und gegen andere sein, emanzipatorische Prozesse von unten unterstützen, einer Beistandspflicht nachkommen, sich rechnen und präzise berechnen lassen, in Form von Zinsleistungen aus „Rettungsschirmen“ zum Beispiel. Das solcherart ökonomisierte Leben bleibt auch im Sterben nicht davon frei. Können wir in der Selbsttötung dennoch einen Akt der Selbsthilfe sehen?
Diesen Fragen geht der Herbstschwerpunkt des wespennest nach, ohne ein Pflaster auf die schiefen Verhältnisse kleben zu wollen.
Außerdem in diesem Heft: Maja Das Gupta besucht den Friedhof im tschechischen Broumov (Braunau), Marcel Beyer richtet sein bild- und medienpolitisches Interesse auf ein Objekt, das zum ikonischen Möbel von Black-Panther-Aktivisten, Ezra Pound und einer Erotikfilmreihe gleichermaßen wurde: den Peacock Chair – und vieles andere mehr. 

 

Weinviertel: Autarkes Betriebsgebäude mit Sektkühlschrank

 

Der neue Standort des Hi-Fi-Händlers und Plattenspieler-Produzenten Pro-Ject wirkt selbst wie eine überdimensionale Stereoanlagen-Komponente. Der Clou ist die Haustechnik: Dank Solarthermie und Speicherbecken ist das Gebäude völlig energie-autark.

 

"Der Plan war, das Haus so aussehen zu lassen wie einen hochwertigen CD-Player oder einen professionellen High-End-Verstärker, der in der Wiese steht", sagt der Wiener Architekt Andreas Burghardt

 

SCHÜTZENHÖFER VOR GERICHT

Im August 2015 wurden in einem LKW nahe Parndorf die Leichen von 71 Menschen entdeckt. 59 Männer, acht Frauen und vier Kinder aus Syrien, dem Irak und Afghanistan wollten im Zuge der großen Fluchtbewegung nach Österreich gelangen und sind im LKW-Laderaum erstickt. Der Maler Josef Schützenhöfer erinnert mit einem großen Gemälde an diese Menschen. Das Bild wird die nächsten Wochen im Justizpalast in Wien ausgestellt. Es war zuvor bereits im Kunsthaus Graz gezeigt worden.  KATALOG

 

Die Eröffnung fand am 18. Oktober 2017 im Beisein von Dr. Gabriele Fink-Hopf, Vize-präsidentin des Oberlandesgerichts Wien und Dr. Wolfgang Brandstetter, Vizekanzler und Bundesminister für Justiz, statt.

Bakos Tamás

 

Bakos Tamás, geboren 1976 in Nagykörös/Ungarn.

Volks- und Mittelschule, Kellnerlehre, Autodidakt.

Zwischen 2000 und 2013 obdachlos in Budapest. Lebt nach schwerer Projektilverletzung in Nagykörös und Wien.

2014 erste Ausstellung in Wien (Galerie Benedict/Herz von Afrika), seither erste Bilder in privaten, firmeneigenen und öffentlichen Sammlungen.